München narrisch - Fasching in München 2012
Der Münchner Fasching unterscheidet sich stark vom rheinischen Karneval mit den Karnevalshochburgen Mainz,
Köln und Düsseldorf. Während man sich dort bei Prunk-, Stunk- und sonstigen Sitzungen durch Darbietungen auf der Bühne unterhalten lässt, schwingen die Münchner selbst aktiv das Tanzbein.
Die Faschingsfeste sind praktisch riesige Parties. Darbietungen gibt es höchstens als gelegentliche Showeinlagen. Auch große Karnevalsumzüge à la Köln oder Mainz sucht man in München vergebens. Nachdem der offizielle Faschingszug
1970 wegen mangelnder Begeistungsfähigkeit der Münchner abgeschafft worden war, haben die Damischen Ritter vor einigen Jahren wieder einen Neuanfang gewagt. Unter ihrer Schirmherrschaft zieht ein kleiner Corso
von buntgeschmückten Wagen, Tanzgruppen und Musikkapellen vom Odeonsplatz über die Briennerstraße und den Königsplatz zum Löwenbräukeller - in diesem Jahr am 5.Februar ab 13 Uhr.
Alle Faschingsfeste in München zu besuchen ist unmöglich. Auf dem Kalender stehen mehr als 800
Veranstaltungen, da fast jedes Hotel und jede Diskothek eine Faschingsparty ausrichtet. Als Tourist
sollte man sich vor allem die Feste mit jahrzehntelanger Tradition nicht entgehen lassen.
Von legendärem Ruf sind die Feste im Deutschen Theater (der erste Maskenball wurde hier bereits im
Jahre 1897 veranstaltet), im Löwenbräukeller und im Bayerischen Hof. Leider steht das Stammhaus des Deutschen Theaters in der Schwanthalerstraße zur Zeit wegen Umbaus nicht als Veranstaltungsstätte
zur Verfügung. Die Faschingbälle finden in einem Ausweichbau im Münchner Norden (Haltestelle Fröttmaning der UBahn-Linie 6) statt. Auch die Funkbälle im Funkhaus des Bayerischen Rundfunks erfeuen sich
schon seit Jahrzehnten größter Beliebtheit.
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Wer's urig bajuwarisch mag, dem sei der Ball der Damischen Ritter im Löwenbräukeller
empfohlen (17.Februar), wo Ritter Kasimir & Co ihre Späße treiben. Mehr über die Damischen Ritter hier.
Eine Besonderheit stellen die Weißen Feste in der Max-Emanuel-Brauerei dar (Foto). Diese Feste, die ursprünglich
Künstlerfeste der Schwabinger Künstler waren, gibt es schon seit über 40 Jahren.
Bei den weißen Festen haben alle in weiß zu kommen.
Im Licht der speziellen Neonröhren (sog.Schwarzlicht) sieht das ganz schön gespenstisch aus. Ball-Termine der Weißen Feste
Interessant sicher auch der Gauklerball am
3.2. im Künstlerhaus am Lenbachhaus, wo schon die Schwabinger Bohème um 1900 legendäre Feste gefeiert hat. Neu in diesem Jahr der Faschungsball Orientalische Nacht im Bayerischen Nationalmuseum am 10.2.
Übrigens, die meisten Münchner Faschingsbälle sind Kostümbälle. Für alle, die zum Abfeiern gerne ihren
Smoking bzw.Abendkleid spazierentragen möchten, gibt es auch einige Schwarz-Weiß-Bälle - zum Beispiel den
Münchner Rosenball am 16.2. im Bayerischen Hof, den Ball Classique am 20.2. im Ausweichbau des Deutschen
Theaters oder den Kaiserball am 10.2. im Großen
Ballsaal des Internationalen Congress Centers München.
An den letzten drei tollen Tagen (Faschingssonntag, Rosenmontag und Faschingsdienstag) ist Faschingstreiben
in der Innenstadt rund um den Marienplatz angesagt. Das ganze Zentrum wird zu einer Open Air Partyzone mit
Musik und Glühweinausschank.
Ein Höhepunkt der besonderen Art ist der berühmte Tanz der Marktfrauen auf dem Viktualienmarkt. Am Faschingsdienstag
um 11 Uhr geht's los. Die Standerlfrauen proben dafür schon Monate lang vorher. Und man kann nur staunen,
zu welch graziösen Bewegungen so manche Bissgurk'n fähig ist.
Also, stürzen Sie sich in den Münchner Fasching. Wegen der Kostümierung brauchen Sie sich nicht den Kopf
zu zerbrechen. Aufwendige Kostüme sind hier eher die Ausnahme. Zur Not tun's auch ein Ringelhemd und eine
Pappnase. Mitbringen müssen Sie nur gute Laune. Und dann kann's losgehen.
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